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Baden-Württemberg e.V.
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Waldkarte Baden-Würtemberg
Information & Bewertung
Ein Nationalpark im Schwarzwald ist unsinnig…
Die Möglichkeiten die Täler und Höhen, Seen und Flüsse der Region zu erkunden, oder sich in den vielen Luftkurorten und Heilbädern inmitten und am Rande des Mittelgebirges zu erholen, sindvielfältig.
Der Schwarzwald - weltweit bekannt für seine ganz eigene Schönheit, abwechslungsreich strukturierte Landschaft und natürlich speziell bekannt für seine großen Wälder im Norden und für die freien Höhen im Süden.
Jahrhunderte lang gelebte Tradition in einzigartiger Naturschönheit ist ein Anziehungspunkt für viele Menschen aus der ganzen Welt - die Ferienregion Schwarzwald gibt ihren Gästen ein Qualitätsversprechen, das sie schon seit langer Zeit zu halten vermag: der Schwarzwald ist so individuell wie man selbst, hier kommt man zu Fuß zum Ziel. Oder auf Skiern, auf dem Motorrad oder Mountainbike.
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Dieses einzigartige Erholungsgebiet braucht nun unbedingt mehr Wildnis. Und zwar in einer ganz bestimmten Form; so, wie man sie von der veröffentlichten Meinung des Naturschutzes auf einem Tablett serviert bekommt - ein Blick in die Medien und man weiss, dass das allround - Instrument für mehr Wildnis das ausführlichst propagierte Instrument zur Unterschutzstellung einer Landschaft, der Nationalpark ist.
Denn es geht um: Prozeßschutz, bei dem sich große Waldflächen ohne jegliches menschliches Einwirken selbst entwickeln können, man will der Natur freien Lauf lassen. Um internationalen Richtlinien der IUCN (International Union for Conservation of Nature)nachzukommen, müssen mindestens 3/4 der Fläche eines Nationalparks einem weitgehend naturnahen Zustand entsprechen und es darf auf ihnen keine dem Schutzzweck entgegenstehende Nutzung stattfinden. Für Nationalparke in Deutschland wird eine Mindestgröße von 100 km² empfohlen.
Bild: aus Nationalpark Bayrischer Wald
Nur, was genau bedeutet es eigentlich, eine Jahrhunderte lang geprägte Kulturlandschaft, eine von Menschenhand geschaffene Landschaft sich selbst zu überlassen ?
Die Sache hat, mal genau betrachtet, mindestens einen Haken. Nämlich das verklärte Bild von einem Nationalpark, das die meisten Menschen mit dem Wort Wildnis unweigerlich in ihren Köpfen aufbauen. Und wieder ein Blick in die Medien bestätigt, dass diese Vorstellungen von künftigen Bildern mit gesunden, kräftigen Baumriesen, gepflegten Waldwegen und grünen Lichtungen auf denen man Auerhühner beobachten kann von Naturschützern und Vertretern des Tourismus bedient werden. Eigentlich muss man sie propagierte Bilder nennen, denn diese Bilder haben mit der sich abzeichnenden Wirklichkeit in einem Nationalpark, die man sich schön reden will, nichts zu tun. Oder wurde schon jemals Werbung für einen Nationalpark mit realistischen Bildern betrieben, auf denen riesige Totholzflächen kahle Holzwüsten zeigen, die Folge eines Prozessschutzes sind, bei dem mehrere tausend Hektar von Borkenkäfern zerfressen wurden?
Will man sich eigentlich weiterhin permanent vorgaukeln lassen, es gebe weiterhin nur ausschließlich positiv wirkende Waldbilder mit saftig grünen Bäumen und vielen schönen Pflanzen und Tieren, die um uns herumspringen?
Bild: Totholzfläche aus NP Bayrischer Wald
Welcher Schwarzwald - Besucher kann und mag denn diesen Prozessschutz, in dem es lange Zeiträume braucht, damit sich ein von Insekten zerfressener Waldteil wieder erholt, Wert schätzen und toleriert er Landschaftsstriche, in denen ausser grauen, natürlich zerfallenen und zerfressenen Fichten - Überresten, die verkümmert und trostlos in die Landschaft ragen, quasi nichts wächst?
Wollen wir solche Szenarien, wie sie sich im Nationalpark Bayerischer Wald sichtbar und erlebbar eingestellt haben, von der Naturschutz - Lobby einfach wegleugnen lassen?
Oder setzt der Naturschutz und der Tourismus voraus, dass jeder einzelne Besucher Symphatie für
Den faulen Zahn eines der Wirklichkeit entrückten Naturbildes sollte sich der oft nicht aufgeklärte Betrachter ziehen lassen.
Doch vor allem den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort muss klar sein, dass sie mit all den Erwartungen, die an einen Nationalpark geknüpft sind tagtäglich umgehen werden müssen. Denn vor der Haustüre wird es diese verwässerte Wildnis die nicht zum Anfassen gedacht ist geben, dort verkompostieren die traditionell nachhaltig bewirtschafteten Fichten -/Tannenwälder, die als tote Flächen kaum CO2 - Speicherung mehr leisten können, dort wird einem Gebiet Rohstoff entzogen, das bekannt für seine traditionelle Holzbauweise und für die Verarbeitung von heimischem Holz vor Ort ist.
Es wird quasi ein Zaun um eine Jahrhunderte lang geprägte Kulturlandschaft gezogen, der die ansässige Bevölkerung vielfach aussperrt. Auch die Planungshoheit ansässiger Gemeinden wird auf lange Sicht untergraben werden und gewachsenen, für die Region wichtigen Wirtschaftszweigen wird der Boden unter den Füßen weggezogen, denn zumindest dort wo Kernzonen entstehen, wird keine Erwerbswirtschaft mehr statt finden dürfen.
Übrigens können sich Brennholz - Werber natürlich ebenfalls auf einen Nutzungsverzicht im Wildnisgebiet gefasst machen.
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Auf Wanderer und insbesondere auf Mountainbike - Sportler wirkt eine sehr eingeschränkte Wegeführung in einem kanalisierten Wegesystem eher abschreckend und unattraktiv - sofern diese überhaupt in bestimmten Zonen nicht ganz ausgeschlossen werden. Ob für große, störungsarme Räume das vorhandene Wanderwegenetz ganz umgeplant werden muss, wie es belegbar im Nationalpark Bayerischer Wald der Fall war, weil das vorhandene Netz den Anforderungen nicht gerecht wurde, oder gar Wegerückbaumaßnahmen nötig sind, ist eine Planungsgröße, deren Ausmaß bei der gezielten Lenkung von Besuchern auf den Tisch gelegt werden muss.
Wollen die Menschen überhaupt einen Nationalpark vor ihrer Haustüre haben?
Ob die Region, die seit jeher eine gewichtige Tourismusbranche hat, durch ein Totalreservat von einem Mehrwert profitieren wird, muss an dieser Stelle hinterfragt werden. Mit jeder Menge Beteiligung sollte man eigentlich rechnen können…
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